Beach House, Super Bowl and Snow in Mill Valley

Dienstag, 19.02.2019

Kalifornien ist kaputt!

Hallo aus dem verregneten und kalten Nordkalifornien. Okay, gerade scheint die Sonne und tatsächlich ist für die kommenden Tage auch endlich mal wieder schöneres Wetter angesagt, aber die letzten Wochen waren wettertechnisch wirklich sehr deprimierend. Wenn es nicht geregnet hat und damit meine ich in Strömen und für Stunden, war es arschkalt. Früh am Morgen waren sogar die Autoscheiben zugefroren, eine Nacht lag Schnee auf unserem Mount Tam (das erste Mal seit Jahren) und auch die Berge rund um Petaluma waren eingeschneit. Unsere armen Kiddos musste fast jede Woche im Regen schwimmen (naja, sie waren ja eh schon nass, also halb so wild - haha) und einmal hagelte es sogar während ihrer Schwimmstunde. (Diese Kids sind so hardcore!) Jetzt denkt ihr euch wahrscheinlich: Was meckert sie? Sie kommt doch aus Deutschland und ist solches Wetter gewohnt. Ja, das bin ich, aber dann hätte ich halt auch genauso gut in Deutschland bleiben können. Haha! Außerdem ist es eben nicht normal hier und es sagen wirklich alle, dass dieser Winter ziemlich ätzend ist. Genug geärgert. Hier ein paar Regenfotos:

Da möchte man nicht wirklich aus dem Auto aussteigen Wenigstens M hatte ihren Spaß - zumindest bis sie Wasser in den Gummistiefeln hatte... Das Wasser stand wirklich überall

Manchmal klärte sich der Himmel aber auch ein wenig auf und zauberte schöne Bilder:

Der größte Regenbogen, den ich je gesehen habe

Arbeiten war ziemlich anstrengend in den letzten Wochen. Letzte Woche hatte Ima Besuch von einer Freundin aus London. So musste ich vier Tage am Stück abends babysitten, alle alleine ins Bett bringen und war auch an den Nachmittagen meist alleine mit allen Kids. Davor die Woche war Ima krank und lag im Grunde jeden Tag im Bett, weil sie Fieber hatte und es ihr wirklich sehr schlecht ging. Glücklicherweise hatte Aba ein paar Tage am Stück frei und konnte mich unterstützen mit all der Fahrerei. Allerdings kennt er die Abläufe nicht besonders gut und das machte alles manchmal sogar noch etwas komplizierter, als wäre ich alleine gewesen. Um immer alles mehr oder weniger rechtzeitig zu schaffen, musste ich mich ziemlich viel beeilen, rannte die Treppen im Haus gefühlt tausendmal am Tag, machte immer viele Dinge auf einmal (Beispiel Mittwoch: drei verschiedene Abendessen zubereiten - da die Kids ja nicht mehr das gleiche Essen mögen, Wäsche falten, Streit klären, Kids duschen, mit der Piano Lehrerin austauschen, ...) und da ich manchmal ein kleiner Tollpatsch bin, klemmte ich mir einmal meinen Finger so doll, dass ich im ersten Moment ziemlich sicher war, er sei gebrochen. Einen anderen Tag verbrannte ich mir einen anderen Finger an einem heißen Topf und einen wieder anderen Tag rannte ich ziemlich übel gegen die Autotür. An einem Tag, als ich alleine mit Aba war und alles ein wenig eskalierte (er war müde von seiner Nachtschicht, D war super frustriert, weinte, schrie, heulte, ich musste mich um Essen und J kümmern, der ziemlich mies von D behandelt wurde), beschloss Aba kurzerhand Skateboards für die Jungs zu besorgen, um alle wieder ein wenig glücklicher zu stimmen. Männerlogik. Mich nervte die ganze Situation sehr. So sprach ich am Abend mit Ima über alles und wir eklärten den Jungs, dass sie sich mit ihrem Verhalten eigentlich keine Belohnung verdient hatten. Nun waren die Skateboards aber bestellt, also wurden sie auch ausprobiert. Aba besorgte sich auch eins, damit er jetzt cool mit seinen Jungs skaten kann. Ziemlich süß :) Wie immer hatte ich natürlich auch viele schöne Momente mit den Kids:

Lecker Coockies Skateboard Action zusammen frieren und zusammen warm lachen Gute Besserung für Ima - gute Schoki hilft immer Art Class mit Mia an einem der wenigen schönen Tage

Zum Valentinstag machte ich mit den Kids dieses Jahr Schokoladenherzen für Ima und Aba. Etwas stressig für mich (vor allem das Aufräumen und Saubermachen danach), aber den Kiddos bereitete es so viel Freude, dass es mir nach einem wieder sehr langen Tag auch gleich viel besser ging ♥

Valentins Schokoherzen dekorieren Fokolade? Welche Fokolade?

Bettgehzeit mit meinen Goofballs. Auch, wenn mir mein Job mittlerweile oft nicht mehr viel Spaß macht, liebe ich diese Kinder unenedlich doll und werde sie schrecklich vermissen.

Vier Snapchat Tage in Folge

Ich hatte ein paar sehr stressige Wochen und beim Arbeiten nicht immer die beste Laune, aber ich versuchte trotzdem immer das Beste draus zu machen und nie die Kids darunter leiden zu lassen. Ich denke, das ist mir sehr gut gelungen und das macht mich ein wenig stolz. Die Piano Lehrerin kam letzten Mittwoch zu mir und sagte etwas wie: "Feedo, wie machst du das nur? Immer wenn ich hier bin arbeitest du so hart, bereitest alles vor, läufst hin und her, die Kids tanzen dir auf der Nase herum und auch, wenn du schimpfen musst, bist du trotzdem noch immer irgednwie liebevoll. Ich sehe so viele Nannys in anderen Familien und keine ist wie du. Naja, aber die D's zaheln sicher auch gut, wie ich sie einschätze." Da musste ich etwas lachen. Ich mache es definitiv nicht des Geldes wegen. Schließlich kriege ich das gleiche Gehalt wie jedes andere Au pair. Aber das war wirklich schön zu hören :)

Meine Freizeit war dafür umso schöner. Arthur hatte ein paar Tage frei, bevor er seinen neuen Job Mitte letzter Woche startete. So verbrachten wir viel Zeit zusammen, gingen aus, machten es uns an Regentagen zuhause gemütlich oder schnappten an schönen Tagen auch mal ein wenig frische Luft draußen.

Yummy Thai Food im kleinen ThaiTanic in Sausalito Fun in der Mall nach einem Champagner Brunch Ich habe mir tatsächlich Secret of Mana für die PS4 gekauft, ich Nerd! Haha! Cuddle time with Arthurs cat

Tennessee Valley Hiking Trail mit Picknick am Strand und Vogel Freunden:

Superbowl Sunday verbrachte ich natürlich auch mit Arthur. Den Abend davor lud Lindsay uns ein, sie und Abel in einem Strandhaus am Stinson Beach zu besuchen, in dem sie über das Wochenende Katzen sitten musste. Was ein Traum von Haus! Dabei konnten wir die tolle Aussicht und den Außenbereich nicht mal wirklich sehen, da es schon dunkel war, als wir ankamen. Wir hatten einen wirklich tollen Abend, kochten zusammen, backten, tranken Wein, sangen, spielten Ukulele (oder taten so für's Foto), Abel schrieb einen Song, Lindsay baute spezielle "College Äpfel" zusammen (Interessant was ich in meinen alten Tagen hier noch alles lerne. Haha!), wir machten Kniebeugen und andere Übungen (fragt mich nicht, wie das passieren konnte!? Haha!) und genossen einfach einen Abend unter Freunden in einem wunderschönen Haus. Als ich später am Abend meinen Laptop aus dem Auto holte, musste ich mit Schaudern feststellen, dass der ganze Abend der Anfang eines Horrorfilms hätte sein können. Es stürmte und regnete in Strömen, die Auffahrt zum Haus war ziemlich lang und eher für einen Jeep geeignet, als für Arthurs Auto. Wir fuhren am Haus vorbei und blieben im Schlamm stecken. Glücklicherweise konnten wir das Auto befreuen und rückwärts zurück bis zum Haus fahren. Das war aber schon sehr gruselig und hätte böse daneben gehen können. Im Haus war dann alles vergessen, doch als ich wieder raus ging (alleine) durch Regen und Sturm irgendwo im Nirgendwo, dachte ich mir schon "Was, wenn jetzt alle weg sind, wenn ich zurück komme?" und tatsächlich. Ich öffnete die Tür und keiner war mehr am Tisch. War aber alles halb so schlimm, sie waren nur im Rest des Hauses vestreut. Puh! Haha! Auf dem Rückweg brach Arthur mir das Herz. Ich redete und redete, dass ich großen Hunger auf Pizza oder Burger hätte. Er redete und redete von dem besten In'N'Out Burger Laden, der auf unserem Weg läge. Und dann sagte er doch tatsächlich, dieser habe schon geschlossen! Geschlossen! Na danke! (Vielleicht war ich schon etwas düdelig...hihi) Nach ca. 10 Minuten Fahrt schlief ich übrigens ein. Ups!

  Weinwerbung

Am nächsten Tag war dann Superbowl. Normalerweise machte ich dafür in Deutschland immer typisch Amerikanisches Essen. Nun war ich ja aber dieses Jahr in Amerika, also machte ich deutsche Frikadellen und Kartoffelsalat. Macht Sinn, oder? Arthurs Freunde versetzten uns leider, aber sein Papa kam vorbei und auf Lindsay und Abel war auch Verlass. Das Spiel war nicht besonders interessant, so fingen wir ab einem gewissen Punkt wieder an, Sportübungen zu machen. Ich weiß wirklich nicht, was da schief läuft bei mir und meinen Freunden. Gewinner der Competition (die eigentlich keine war) war definitiv Arthur. Verlierer definitiv ich. Haha!

Kaffee zum Superbowl Was eine nette Runde

Nachdem ich den Anfang dieses Jahres komplett nur mit meinen Amerikanern unterwegs war, mischte sich in den letzten beiden Wochen mal wieder ein wenig europäischer Einfluss in meinen Alltag. An einem der wenigen schönen Tage ging ich seit langem mal wieder mit Laura und Hund Bodie spazieren. Außerdem war letzte Woche der Franzose, mein Freund Alex aus Bordeaux, spontan zu Besuch in Mill Valley. So traf ich mich mit ihm zum Lunch und einmal auf ein Bier. Tat gut, mal wieder unter andere Leute zu kommen. Meine Freunde aus Deutschland fehlen mir doch mittlerweile sehr hier.

Hike mit Laura Bodie

Bevor ich diesen Eintrag hier beende, möchte ich euch noch von einem anderen schönen Tag berichten. Freitag vor zwei Wochen war ich am Vormittag mal wieder mit Arthur unterwegs und da ich erst um 16 Uhr an der Schule sein musste, nutzten wir die Zeit, um mein Lieblingsmuseum, das SF MoMA zu besuchen. Ich genoss es sehr wie immer, aber Arthur schien es auch zu gefallen. Ich spielte ein kleines Spiel mit Katrin und meinen Geschwistern, indem ich ihnen Bilder von Kunstwerken schickte und sie den Titel erraten mussten. Das war sehr witzig. Nach dem MoMA hatten wir Lunch im "Pink Elephant". Was ein Laden. Ich weiß noch immer nicht, ob es mir gefallen hat oder nicht. Sie bieten Bottleless Mimosas am Vormittag an. Ich denke, das ist der perfekte Ort für ein Katerfrühstück an einem freien Tag. (Zu blöd, dass ich weder einen Kater, noch frei hatte. Haha!) Leider regnete es den Tag wieder viel. So spazierten wir noch etwas im Regen und in einer kleinen Mall um die Ecke und verzogen uns dann in einen Starbucks. Da hat man schonmal einen freien Vormittag in der Stadt und kann nicht durch die Gegend laufen, weil es in Strömen regnet. Ärgerlich. Der Abend war dafür wieder richtig gut. Wir trafen uns mit Lindsay und Abel zum Dinner im Panda Express in Petaluma (hatten den Tag schließlich schon genug Geld ausgegeben). Ich mag die beiden echt gerne :) Als wir da so saßen, aßen, redeten, lachten, musste ich ein wenig an eine perfekte Freunderunde in einer Sitcom denken. Haha! Nach dem Essen trafen wir vier uns mit Arthurs Freunden Derek und Jimmy zum Freitag Abend Bowling. Wir hatten super viel Spaß. Ich bowlte um einiges besser als Arthur, bis ich ihm meinen Trick verriet auf was ich beim Bowlen achte und schwups war er besser als ich. Damn! In der letzten Runde holte ich noch ein wenig auf, aber die konnten wir nicht zuende spielen, da das Center zu machte. Naja, der arme Arthur. Ich gönne es ihm ja. Schließlich ist er schon soooo schlecht im Pool. Haha! Am besten waren übrigens unsere Bowlingnamen. Dabei war Mr. Spooner noch der harmloseste ;)

Ich mag Kunst und San Francisco (auch im Regen)

Gurkenparty!? Waffle Fries im Pink Elephant

Bowling

Da ich ja immer ein paar Tage brauche, um einen Blog Eintrag fertig zu stellen, bin ich mittlerweile im verschneiten Tahoe. Davon und von meinem langen freien Wochenende dann beim nächsten Mal.

Bleibt sauber! Vergesst mich nicht, ich vermisse euch nämlich ziemlich doll und bis bald!

Eure Feedo

 

PS: Wie kann es sein, dass sie im Getränkemarkt keinen Deutschen Wein, aber Japanischen haben? Was stimmt denn mit den Amis nicht? Haha!